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Die Klimabilanz des Weins auf Deinem Tisch


Bei WEINME hatten wir gerade eine Monatsbox zum Thema “Fernweh”, in der sich Weine aus Argentinien, Chile und Südafrika befanden. Als wir die Idee zu dem Thema hatten, war für uns die Frage, ob Weine von so weit her aus klimatischer Sicht für uns vertretbar sind. Wir haben uns also mit dem Thema der CO2-Bilanz von Weinen auseinandergesetzt und wollen hier teilen, was wir gelernt haben.

 

Lasst uns zuerst mal einige Vergleiche zu anderen gängigen Lebensmitteln ziehen, um zu sehen, wie stark unsere Freude am Wein eine Klimasünde ist:

Eine Flasche deutschen Weins aus Rheinhessen schlägt mit durchschnittlich 0,675 kg CO2 zu buche (Quelle ifeu). In einem extremen Szenario kann das bis 4,5 kg CO2 hochgehen, wenn man in New York einen Wein aus Napa Valley per Flugzeug zugeschickt bekommt (Quelle AAWE). Zum Vergleich ein Kilogramm Äpfel: Kommen Sie aus Neuseeland schlagen 0,8 kg CO2 (Quelle ifeu) zu buche und somit mehr als eine Flasche Riesling aus Rheinhessen. Bei deutschen Äpfeln sind das nur 0,3. Im Literglas kommen passierte Tomaten auf 1,9, mehr als die viel gescholtene Avocado, die mit durchschnittlich 0,6 pro kg eher mit unserem Wein aus Rheinhessen vergleichbar ist. Zwei 200g Bio-Steaks zum Dinner schlagen jede Flasche Wein, die man dazu öffnen könnte mit massiven 8,68 kg CO2.

Bei der Produktion von Wein entstehen also relevante Treibhausgase, wie allerdings bei allen anderen Lebensmitteln auch. Deshalb kann man auch weiterhin Wein genießen, ohne sich als Klimarowdie zu fühlen. Lasst uns aber genauer schauen, welche Faktoren hier einen großen Einfluss haben. Denn die Entstehung von Treibhausgasen bei der Weinproduktion hat eine große Bandbreite, wie unser Beispiel oben zeigt.

Hauptfaktoren der CO2 Bilanz von Weinen

Generell entstehen Klimagase bei der Weinproduktion überall dort wo Maschinen, Heizungen etc. benutzt werden, die Energie verbrauchen und dabei Abgase produzieren. Die beiden mit Abstand größten Faktoren sind allerdings eindeutig Verpackung und Distribution. 

Im Beispiel des Weines aus Rheinhessen macht die Verpackung 48% der gesamten entstehenden Treibhausgase aus (Quelle ifeu). Das liegt daran, dass wir schwere, schöne Glasflaschen mögen und diese nur einmal benutzen. Glas zu erzeugen benötigt sehr viel Hitze und produziert dadurch viel CO2. Auch das Gewicht der Glasflasche im Vergleich zu der enthaltenen Menge schlägt sich sehr negativ auf die Klimabilanz durch, weil das eine sehr große Rolle bei der Entstehung von Treibhausgasen in der Logistik spielt. Andere Behälter wie Tetrapaks und Dosen sind leichter, haben aber auch andere Nachteile für die Natur. Für die längere Lagerung von Weinen sind zudem Glasflaschen am besten geeignet. Allerdings könnten die Klimagase durch das Verwenden von Glasflaschen um mehr als ¾ nur dadurch verringert werden, dass wir sie mehrmals verwenden. Auch braucht es keine dicken Flaschen, um den Wein aufzubewahren. Diese dienen nur dazu uns Konsumenten einen Eindruck von Wertigkeit zu vermitteln. Zur Qualität tragen sie nicht bei..

Das zweite große Thema ist die Distribution. Hier ist neben der Länge des Weges, vor allem die Art, wie er zurückgelegt wird, entscheidend. So emittiert ein Wein, der in New York getrunken wird und aus Bordeaux kommt, nur 69% der Treibhausgase, wie ein Wein aus Napa in Kalifornien (Quelle AAWE). Dieser erstaunliche Unterschied rührt daher, dass in großen Mengen auf dem Schiff versandter Wein pro Flasche keine sehr hohen Emitierungen pro Kilometer hat, während Trucks weniger ideal sind. Mit dem Flugzeug versandter Wein ist mit Abstand am klimaunfreundlichsten, was wohl wenig verwundert.

Ist die Fermentation zu Alkohol ein Klimakiller?

Ein weiterer Bereich, indem Co2 bei der Weinproduktion entsteht, ist während der Fermentierung. Wie bei jedem alkoholischen Fermentierungsprozess wird Zucker hier von Hefen in Alkohol und CO2 umgewandelt. Dieses CO2 entweicht in aller Regel direkt. Da es sich allerdings um CO2 handelt, das zuvor von den Weinreben aus der Luft aufgenommen wurde, ist der grundsätzliche Prozess der Weinerzeugung trotzdem CO2 negativ. Es wird also weniger CO2 während der Fermentation ausgestoßen als zuvor gebunden wurde. Betrachtet man die anderen besprochenen Faktoren, ist es zudem sehr viel weniger Einflussreich auf den insgesamten CO2-Fußabdruck der Flasche Wein auf unserem Tisch. Nämlich weniger als 0,1 kg CO2. Trotzdem gibt es einige Weingüter, die mit dem Einfangen des entweichenden CO2 experimentieren und dieses zum Beispiel in Bestandteile, die für Farben benutzt werden, umwandeln (Quelle: The Drinks Business). Das wäre eine tolle Möglichkeit, einen positiven Einfluss auf das Klima zu haben.

Was kann man selbst tun, um den CO2-Fußabdruck seiner Weine gering zu halten?

Als Konsumenten können wir vor allem damit anfangen schwere Flaschen nicht als Anzeichen für Hochwertigkeit sondern als unnötig klimaschädlich zu sehen. Da diese Flaschen auch noch teurer sind, wird kein Weingut sie mehr verwenden, wenn ihre Kunden das nicht wollen. 

Außerdem sollte man nicht mit dem Auto losfahren, um wenige Flaschen Wein zu kaufen. 5 gefahrene Autokilometer haben zum Beispiel einen deutlich höheren Klimafußabdruck als eine lokale Flasche Wein inklusive Lieferung bis nach Hause! Wenn ihr also nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß Wein holt, ist es klimafreundlicher diesen online zu kaufen.

Macht es nun aber Sinn nur lokale Weine zu kaufen? Das ist sicherlich eine persönliche Frage, da diese in der Tat auf Grund der kürzeren Distributionswege weniger CO2 produzieren. Allerdings haben wir ja gesehen, dass große Ladungen auf Schiffen durchaus nicht extrem viel mehr zum CO2-Ergebnis hinzufügen. Daher haben wir uns entschieden euch auch Weine aus Südamerika und Südafrika vorzustellen. 

Auch die Wege innerhalb Europas sind nicht so weit, wie von Kalifornien nach New York. Und wenn man sich andere Lebensmittel im Vergleich zum Wein anschaut, halten wir diesen aus Klimasicht für durchaus vertretbar. Per Flugzeug würden wir Wein allerdings nicht verschicken!

Es ist wichtig, sich des Klimaeinflusses bewusst zu sein

Fast alle Lebensmittel und Aktivitäten bringen heute den Ausstoß von Treibhausgasen mit sich. Wir sollten alle darüber nachdenken, wo wir direkt und einfach darauf positiv unseren Teil beitragen können. Und vor allem uns bewusst machen, welchen Einfluss unsere Aktivitäten haben. 

Bei WEINME haben wir uns zum Beispiel entschieden keine Flyer und Printwerbung in unsere Kartons zu packen. Weil diese meist nur Müll produzieren und Gewicht bei der Lieferung ausmachen. Alle Materialien wie unsere Weinbeschreibungen versenden wir daher digital, sodass sie als schöner Nebeneffekt auch immer verfügbar sind. Außerdem versenden wir in recycelten Kartons. Alles kleine Änderungen, die sich je mehr wir sie Schritt für Schritt weitergehen aufsummieren. 

 

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